SPD Schwarzenbek

Sozial. Gerecht. Vor Ort.

17. November 2018

Allgemein/Umwelt
Appell für eine beschleunigte Energiewende mit Kohleausstieg

Quelle: pixabay

Ori­gi­nal­bei­trag hier zugäng­lich: Auf einer am 15. Novem­ber online geschal­te­ten Platt­form mit dem Titel „Sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Ener­gie­wen­de-Appell“ (www.energiewende-appell.de) mel­den sich bun­des­weit Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen und Sozi­al­de­mo­kra­ten mit Aus­sa­gen über eine zu beschleu­ni­gen­de Ener­gie­wen­de, die Schaf­fung von zukunfts­fes­ten Arbeits­plät­zen und den Aus­stieg aus der Koh­le bis 2030 zu Wort. Unter­schrei­ben Sie jetzt!

Unter den alle­samt fach­po­li­ti­schen Erstunterzeichner*innen befin­den sich sowohl Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, Land­tags­ab­ge­ord­ne­te, wie etwa Nata­scha Koh­nen, Lan­des-Ener­gie­mins­ter Chris­ti­an Pegel, als auch ehe­ma­li­ge Minis­ter bzw. Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, unter ihnen auch Ernst-Ulrich von Weiz­sä­cker.

Aus der Wis­sen­schaft zeich­net etwa auch Prof. Kai Nie­bert den Appell, zugleich Prä­si­dent des Deut­schen Natur­schutz­rings. Fer­ner zäh­len mit kli­ma- und ener­gie­po­li­ti­schen Fra­gen aktiv befass­te SPD-Mit­glie­der zu den Unter­zeich­ne­rin­nen und Unter­zeich­nern, dar­un­ter etwa Andrea Kars­ten, Trä­ge­rin des Deut­schen Solar­prei­ses.

Der Appell benennt die Ener­gie­wen­de als eine „Fra­ge der Gerech­tig­keit und frie­dens­po­li­ti­sche Auf­ga­be“. Ein sozi­al­ver­ant­wort­li­cher Koh­le­aus­stieg bis 2030 wer­de gelin­gen – im Zei­chen von Gesund­heits­vor­sor­ge und zur Schaf­fung von Arbeit. Es wird ein zu beschleu­ni­gen­der Umstieg auf 100 % Erneu­er­ba­re Ener­gi­en ein­ge­for­dert. „Aus­bau-Men­gen­be­gren­zun­gen sind ver­fehlt“ erklärt der Appell, der sich auf die sozia­le Dimen­si­on kon­zen­triert: „Bereits heu­te gibt es schon 25 Mil­lio­nen Kli­ma­flücht­lin­ge; bis 2050 könn­ten es bis zu 140 Mil­lio­nen wer­den. Es dro­hen wei­te­re Krie­ge um die Ver­tei­lung schwin­den­der Res­sour­cen“, heißt es.

Der von der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Nina Scheer initi­ier­te Appell folgt der Prä­mis­se ‚glo­bal den­ken und lokal han­deln’. Es dür­fe nicht um ein Recht auf 2 Grad Kli­ma­er­wär­mung, son­dern es müs­se um so wenig CO2 wie mög­lich gehen. „Andern­falls wird der Kli­ma­wan­del mit Ern­te­aus­fäl­len, Über­schwem­mun­gen und anstei­gen­dem Mee­res­spie­gel sowie als mil­lio­nen­fa­che Flucht­ur­sa­che zur Armuts­fal­le des 21. Jahr­hun­derts“, so die Aus­füh­run­gen. Sie schlie­ßen mit einem Zitat des im Jahr 2010 ver­stor­be­nen SPD-Poli­ti­kers Her­mann Scheer, der unter ande­rem als Archi­tekt des Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Geset­zes gilt und sich welt­weit für den Umstieg auf Erneu­er­ba­re Ener­gi­en ein­setz­te.

Als Online-Platt­form rich­tet sich die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Stim­me für eine zu beschleu­ni­gen­de Ener­gie­wen­de nun an wei­te­re Unter­zeich­ne­rin­nen und Unter­zeich­ner.

Der Appell im Wort­laut:

„Erneut hat der Welt­kli­ma­rat die Dring­lich­keit für CO2-min­dern­de Maß­nah­men ver­deut­licht: Es darf nicht um ein Recht auf 2 Grad Kli­ma­er­wär­mung, son­dern es muss um so wenig CO2 wie mög­lich gehen. Andern­falls wird der Kli­ma­wan­del ange­sichts von Ern­te­aus­fäl­len, Über­schwem­mun­gen und anstei­gen­dem Mee­res­spie­gel zur Armuts­fal­le des 21. Jahr­hun­derts. Bereits heu­te gibt es schon 25 Mil­lio­nen Kli­ma­flücht­lin­ge; bis 2050 könn­ten es bis zu 140 Mil­lio­nen wer­den. Es dro­hen wei­te­re Krie­ge um die Ver­tei­lung schwin­den­der Res­sour­cen.

Der Kli­ma­wan­del bedroht die Lebens­grund­la­gen von immer mehr Men­schen. Die Ärme­ren sind die am ers­ten und stärks­ten Betrof­fe­nen. Des­we­gen ist die Ener­gie­wen­de eine Gerech­tig­keits­fra­ge und frie­dens­po­li­ti­sche Auf­ga­be!

Die zu beschleu­ni­gen­de Ener­gie-, Mobi­li­täts- und Wär­me­wen­de ist der zen­tra­le Schlüs­sel des Kli­ma­schut­zes. Da 55% der Emis­sio­nen des Strom­sek­tors allein auf Braun­koh­le­ver­bren­nung ent­fal­len, brau­chen wir den zügi­gen Aus­stieg aus der Koh­le­ver­stro­mung.

Mit einem Umstieg auf Zukunfts­tech­no­lo­gi­en wird ein sozi­al­ver­ant­wort­li­cher Koh­le­aus­stieg bis 2030 gelin­gen – im Zei­chen von Gesund­heits­vor­sor­ge, zur Schaf­fung von Arbeit, auch für die heu­te in der Koh­le­wirt­schaft Beschäf­tig­ten und für Wett­be­werbs­fä­hig­keit hei­mi­scher Wirt­schaft.

Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en müs­sen in Kom­bi­na­ti­on mit Spei­chern und intel­li­gen­ten Net­zen Atom- und fos­si­le Ener­gi­en ver­drän­gen – nicht umge­kehrt. Hier­für müs­sen Anrei­ze geschaf­fen wer­den.

Wir brau­chen einen beschleu­nig­ten Umstieg auf 100 % Erneu­er­ba­re Ener­gi­en. Aus­bau-Men­gen­be­gren­zun­gen sind ver­fehlt.

Häu­fig wird erklärt, natio­na­le Maß­nah­men sei­en für inter­na­tio­na­len Kli­ma­schutz nicht maß­geb­lich. Dies trifft nicht zu. Zum einen ent­spricht es dem Kli­ma­schutz­ver­trag von Paris, natio­na­le Kli­ma­schutz­bei­trä­ge zu leis­ten. Zum ande­ren bewei­sen die bis­he­ri­gen Kli­ma­schutz­maß­nah­men in Gestalt des Aus­baus Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en wie wich­tig Vor­rei­ter­rol­len sind: Das von dem Sozi­al­de­mo­kra­ten Her­mann Scheer maß­geb­lich ent­wi­ckel­te und unter Rot-Grün im Jahr 2000 in Kraft getre­te­ne Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz gilt als der ent­schei­den­de Antriebs­mo­tor einer seit­her welt­weit in Bewe­gung gesetz­ten Ener­gie­wen­de. Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Tech­no­lo­gi­en sind auf die­sem Weg auch öko­no­misch kon­kur­renz­fä­hig gewor­den.

Kli­ma­schutz heißt: Glo­bal den­ken und lokal han­deln. Als Tech­no­lo­gie- und Export­na­ti­on trägt Deutsch­land eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung: dezen­tral, unter Betei­li­gung der Men­schen vor Ort. So kön­nen auch Wert­schöp­fung in länd­li­chen Räu­men sowie eine Ent­las­tung urba­ner Zen­tren erreicht und Wohn­raum­man­gel redu­ziert wer­den.

Die Abhän­gig­keit von end­li­chen Ener­gie­res­sour­cen bedeu­tet abseh­bar stei­gen­de Ener­gie­ar­mut, wenn sich die Ver­knap­pung in den Ener­gie­prei­sen abbil­det. Lie­fer­eng­päs­se von Treib­stof­fen auf­grund nied­ri­ger Fluss­pe­gel­stän­de, wie sie zur­zeit bereits inner­halb Deutsch­lands zu unter­schied­li­chen Prei­sen füh­ren, sind Warn­si­gna­le.

Jähr­lich wer­den die Men­schen in Deutsch­land mit 57 Mil­li­ar­den Euro kli­ma­schäd­li­chen Sub­ven­tio­nen belas­tet. Schad­stof­fe haben einen Preis, der sicht­bar wer­den muss. Nur so kann ein Ener­gie­markt ent­ste­hen.

Mit einer CO2- bzw. Schad­stoff­be­prei­sung für einen fai­ren Ener­gie­markt!“

„Die schnel­le und umfas­sen­de Ein­füh­rung Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en heu­te garan­tiert, dass wir mor­gen eine umwelt­freund­li­che, siche­re und kos­ten­güns­ti­ge Ener­gie für alle haben.” Dr. Her­mann Scheer (29.04.1944 – 14.10.2010)

 

Ori­gi­nal ver­öf­fent­licht am 15. Novem­ber 2018 auf der Web­site der SPD Kreis Her­zog­tum Lau­en­burg.

Schlagwörter: , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.